Peiner Nachrichten 20. Februar 2006

LENGEDE. Kritische Betrachtungen zur Entwicklung Europas
stellte
die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in ihrer
jüngsten
Bildungsveranstaltung an.
"Trotz der Freude über die staatliche Annäherung in der EU
entdecken die Arbeitnehmer aber auch wachsende
Unsicherheiten",
wies Vorsitzender Bernhard Gertler auf große Konzerne hin,
die
ausschließlich kontinental und global denken würden. Dies
habe
erhebliche Auswirkungen auf bestehende und zu schaffende
Arbeits-
und Ausbildungsplätze in Deutschland.
Referent Klaus Lehmann, überzeugter Gewerkschaftler, begann
seinen Vortrag mit Hinweisen auf die weltweite
Kolonialisierung
durch die Staaten Europas, auf die Jahrhunderte dauernden
europäischen Macht- und Glaubenskriege, die Bruderkriege
Deutschland gegen Frankreich sowie die zwei Weltkriege.
Aus der Montanunion (Paris 1951) dem Zusammenschluß der
europäischen Stahl- und Kohlestaaten, kam die Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft (Rom 1957) und entstand dann die
politische Vereinigung der heutigen EU. Sechzig Jahre
Frieden in
Europa sei eine Folge davon, so Lehmann.
Auslandsurlaub und internationale Waren, Euro-Fighter und
Airbus,
Euro und Ariane von der europäischen Weltraumagentur ESA,
seien
ohne die EU undenkbar.
Andererseits hätten es die Staaten nicht geschafft, die
Hochgeschwindigkeitszüge TGV aus Frankreich und ICE aus
Deutschland grenzüberschreitend zu fahren. Arbeitnehmer
sorgen
sich um ihre Arbeitsplätze in der Seeschiffahrt oder durch
Niedriglöhne am Bau und im Handel.
"Europa muß auch für die Arbeitnehmer gestaltet werden, -
fair,
nachhaltig, frei, sozial und gerecht", fordert Bernhard
Gertler für die
KAB.
mik