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   Pressebericht 24. April 2006

 

Europa

Arbeitnehmer in der Wirtschaftsunion

 

Von Michael Kramer

LENGEDE. "Was bei einigen Aktionären die Altersversorgung, ist bei

anderen nur der kurzfristige hohe Kursgewinn und das wirkt sich massiv

auf die Beschäftigten aus".

Kompetenten Besuch hatte Vorsitzender Bernhard Gertler bei der Lengeder Katholischen

Arbeitnehmer Bewegung (KAB) mit dem ehemaligen SPD Europa Abgeordneten Bernd

Lange aus Hannover zu Gast. Er referierte fachkundig und mit vielen anschaulichen

Beispielen zur Situation der Arbeitnehmer in der europäischen Union.

Die großen Konzerne wären in der Region kaum noch verwurzelt und so seien

Betriebsverlagerungen und Arbeitnehmerversetzungen die Regel geworden. Die einzelnen Staaten hätten kaum noch Einfluß und deshalb seien EU-Standards wichtig. Der Arbeits-, Jugend- und Mutterschutz, Umweltstandards und Arbeitszeitregelungen ebenso wie die Übernahme deutscher Sozialgesetze in allen EU-Staaten und die Einrichtung europäischer Betriebsräte führte Lange als Verdienste an.

Bei den Mindestlohnrichtlinien der EU verweis Bernhard Gertler auf den aktuellen Aufruf

der KAB zum 1. Mai "Gerechter Lohn für geleistete Arbeit" von 8.5o Euro. Die Lengeder

KAB werde wieder nach einem Gottesdienst für ihre Forderungen auf der Braunschweiger

Maikundgebung demonstrieren.

"Bei der Bekämpfung von Illegaler Beschäftigung von Ausländern zu Dumpinglöhnen, hat

Deutschland in den vergangenen zwei Jahren 75o Millionen Euro Bußgelder

eingenommen", berichtete der jetzt im Europaressort des DGB Niedersachsen arbeitende Referent.

Die Vorschriften zu Leiharbeitnehmern und dem Entsendegesetz wurden von den KAB

Mitgliedern besonders diskutiert. Alle EU-Gesetze würden auch für die neuen Mitgliedsstaaten gelten und deshalb werde die Wanderungswilligkeit östlicher Arbeitnehmer mit steigenden Löhnen und Lebensstandard geringer, sowie die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osten für Firmen unattraktiver.

Wenn Deutschland auch hohe Beiträge zur EU zahle, flössen doch auch erhebliche

Beträge zurück. So wurde an die Fördergelder für das Lengeder Gewerbegebiet und die

Zuschüsse zur Sanierung des Hüttengeländes in Ilsede erinnert.

"87 Euro im Jahr zahlt jeder Deutsche nach Brüssel, für dauerhaften Frieden und bessere

Arbeitsbedingungen in ganz Europa gut ausgegebenes Geld", meinte der ehemalige SPD Politiker bei der KAB Lengede.