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Podiumsdiskussion
Bezirkstag des Bezirksverbandes Braunschweig
4.3.2006 Peine

Bild von
der Podiumsdiskussion: „Familiengerechtes und solidarisches System der
Alterssicherung in der Zukunft“
v.l.n.r. Harald Menges Diözesanvorsitzender des kath. Familienbundes
Hubertus Heil Generalsekretär der SPD
Otwin Paluch Moderator (Arbeitnehmer Seelsorger) in Braunschweig
Dr. Eva Möllring CDU MdB
Ursula Mandrella Diözesanvorsitzende kfd
Lucia Schneiders – Adams Köln Fachreferentin KAB Bundesverband
Lob und Kritik für
Rentenmodell
Politiker diskutieren
Vorstellungen der katholischen Verbände zur Alterssicherung
Pressebericht der
KIZ-Hildesheim
vom Bezirkstag des
Bezirksverbandes
Braunschweig
04.März 2006
in Peine
Peine
(wal). Wie kann ein familiengerechtes und solidarisches System der
Alterssicherung aussehen? Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die
Katholische Frauengemeinsdiaft Deutschlands (kfd) und der Familienbund der
Katholiken haben ein Modell dazu erarbeitet - und nun in Peine mit dem SPD-
Generalsekretar Hubertus Heil und der CDUBundesabgeordneten Dr.Eva Möllring
diskutiert.
Der Vorschlag der Verbände
will den Grundgedanken einer solidarischen Alterssicherung aufrechterhalten.
Dazu werden drei Stufen vorgeschlagen.
1. Stufe: die Sockelrente.
Unabhängig von Arbeitszeiten soll jeder Rentenbezieher eine Sockelrente
bekommen. Zur Finanzierung soll ein Beitrag von 5,5 Prozent auf alle
Einkommen erhoben werden - von Einkünften aus selbstständiger, wie
nichtselbstständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen und Vermietungen.
2. Stufe: die
Arbeitnehmer-Pflichtversicherung. Diese Stufe entspricht der heutigen
gesetzlichen Rentenversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen
gemeinsam einen Teil des Bruttolohns ein. Wichtig sei vor allem eine höhere
Anrechnungszeit für die Kindererziehung, um Benachteiligungen von Frauen
abzubauen.
Die dritte Stufe
schließlich bilde die betriebliche und private Altersvorsorge. Vor allem an
der Frage der Finanzierung entzündete sich die Kritik von Heil und Möllring.
Die Christdemokratin bemängelte den Übergang von einem beitragsbezogenen
Modell in ein Fürsorgesystem: "Nichts anderes ist die Sockelrente - und
dafür müssten erhebliche Summe freigesetzt werden." Sie plädierte dafür,
dass weiter das Leistungsprinzip in der Rentenversicherung gelten müsse: "Es
muss ein Anreiz bestehen, Arbeit aufzunehmen."
Ähnlich argumentierte der
SPDGeneralsekretär Hubertus Heil: "Private Vorsorge muss sein - allerdings
setzt das voraus, dass wir existenzsichernde Löhne in der Bundesrepublik
haben." Generell bemängelte er am Verbände-Modell, dass die Beteiligung der
Arbeitgeber zu schwach sei: "Sieht man genau hin, gibt es eine starke
Umverteilung zuungunsten der Arbeitnehmer" Auch müsse die Frage, ob die
Einbeziehung beispielsweise auch der Beamten in die gesetzliche
Rentenversicherung wirklich sinnvoll sei - oder nur neue Finanzierungslücken
schaffe. Trotz aller Kritik im Detail:
Grundsätzlich sei das
Modell der katholischen Verbände ein Vorschlag, über den weiter diskutiert
werden müsse, betonten sowohl Eva Möllring wie Heil. Der Sozialdemokrat ging
dabei noch einen Schritt weiter: "Diese Mischung aus privatbetrieblicher
Vorsorge" einer Sozialversicherung und einem steuerfinanzierten Sockel ist
ein wirklich guter Ansatz."
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