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Aktuelles vom DV |
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Diözesantag in Sarstedt 7. Oktober 2006
"Die Politik hat Nachholbedarf"
KAB-Diözesantag in Sarstedt
/ Bundesvorsitzende zu Gast / Von Ulrike Schwerdtfeger
Sarstedt Flagge zeigen für eine solidarische Gesellschaft - darum geht es der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Der Diözesanverband Hildesheim traf sich jetzt zum Diözesantag in Sarstedt. Birgit Zenker ist eine Powerfrau. Seit zwei Jahren ist die Kölsche Frohnatur Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Nach einer "klassischen Karriere im Einzelhandel" studierte sie Sozialwissenschaften - "darüber bekam ich Kontakt zur KAB", erzählt die 41-Jährige rückblickend. Am vergangenen Wochenende stand sie am Rednerpult und sprach zu 75 KAB Mitgliedern aus dem Diözesanverband Hildesheim. "Soziale Gerechtigkeit schafft die Möglichkeit, dem Lebenssinn wieder neu auf die Spur zu kommen", sagte Zenker. Sie beklagte, dass der Wert des Menschen zunehmend an seine Arbeit geknüpft sei. "Viele leiden unter mangelnder Anerkennung, fühlen sich nutzlos, ausgeschlossen und minderwertig." Bezahlte Tätigkeit müsse wieder in das Leben eingebettet werden, so die KAB Vorsitzende, die sich dagegen wehrt, "dass Arbeit den Sinn des Lebens diktiert". "Alle sollen an der Erwerbstätigkeit teilhaben", forderte Zenker. Sie motivierte ihre Zuhörer, die Vorstellung der KAB von einem menschenwürdigen Leben, von einer solidarischen Alterssicherung, von einem "zeitgemäßen Rentenmodell" und einer Gesundheitspolitik, die nicht auf dem Rücken der Geringverdiener ausgetragen werde, voranzutreiben. "Der Kompromiss zwischen SPD und Union macht krank", so Zenker. "Die Politik hat dringend Nachholbedarf." Die Bundesvorsitzende appellierte auch an die 29 Ortsvereine, in denen insgesamt 1500 Mitglieder im KAB-Diözesanverband Hildesheim organisiert sind, sich weiterhin zu engagieren. Mit der Kampagne "Ah, sozial! Dafür tret ich ein" wirbt die KAB bundesweit dafür, "sich stark zu machen für Fragen der sozialen Gerechtigkeit", so KAB-Diözesansekretär Bruno Behr. Außerdem gehe es darum, neue Mitglieder für den christlichen Verein zu gewinnen, dem deutschlandweit 200 000 Menschen angehören. Monika Hippe aus Hildesheim ist seit 18 Jahren Mitglied im KAB Diözesanverband Hildesheim. Die 46-Jährige und Mutter von vier Kindern beschäftigt besonders die Frage, "wie wir uns als Christen vor Ort engagieren können". Und: "Wie bekommen junge Leute eine echte Perspektive fürs Leben?" Die gelernte Zahntechnikerin bedauert, dass Jugendliche nach ihrer Ausbildung finanziell derart schlecht gestellt seien, "dass sie sich gut überlegen müssen, ob sie sich ein Auto leisten können, geschweige denn Familie und Kinder". Hippes Ehemann Andreas wurde beim Diözesantag als stellvertretender Vorsitzender des KAB Diözesanverbands Hildesheim gewählt; Bernhard Gertler aus Lengede wurde in seinem Amt als Diözesanvorsitzender bestätigt.
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