Wichtige Etappen des KAB - Diözesanverbandes Hildesheim

1848: ein wichtiges Jahr auch für die katholische Arbeiterschaft

Die Anfänge der katholischen Arbeiterbewegung im Bistum Hildesheim liegen in der Zeit der Revolution von 1848. In diesem Jahr berät die Generalversammlung der deutschen Katholiken in Mainz unter der Leitung des badischen Sozialpolitikers Franz Joseph von Büß - erstmals über die „Soziale Frage". (Büß verlangt  als erster 1837 in einem deutschen Parlament Gesetze zum Schutz der Arbeiterschaft).

Kettelers Predigtzyklus über „die sozialen Fragen der Gegenwart"

Ebenfalls 1848 hält Wilhelm Emanuel von Ketteler (Pfarrer und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung) in der Adventszeit in Mainz einen Predigtzyklus über „die sozialen Fragen der Gegenwart". Er wird später als Bischof von Mainz starken Einfluss auf die Entwicklung der christlich-sozialen Ideen ausüben und zum Hauptinitiator der ersten katholischen Arbeitervereine in Deutschland werden.

Gründung von Piusvereinen - auch in Hildesheim

Wie in zahlreichen deutschen Städten wird 1848 auch in Hildesheim ein Piusverein gegründet. Ziel der Pius-Vereine ist die Beseitigung des Elends der arbeitenden Bevölkerung. Innerhalb des Pius-Vereins Regensburg entsteht 1849 mit dem „St. Joseph-Arbeiter-Unterstützungs-Verein" der erste katholische Arbeiterverein Deutschlands.

Seit 1874: katholische Arbeitervereine im Bistum Hildesheim

Im Bistum Hildesheim existieren katholische Arbeitervereine seit 1874. Damals konstituiert sich in der industriell besonders weit entwickelten Provinzhauptstadt Hannover der St. Josefs-Verein. Fünf Jahre später organisieren sich erwerbstätige Katholiken in der hannoverschen Vorstadt Linden in einem katholischen Arbeiterverein. Linden ist eine zu dieser Zeit eine schnell wachsende Arbeitersiedlung, die immer mehr Menschen anzieht.

Entscheidende Impulse durch Gründung des Verbandes „Arbeiterwohl"

Entscheidende Impulse zur Gründung weiterer katholischer Arbeitervereine gehen von der Gründung des Verbandes „Arbeiterwohl" (1880)aus, der die Bildung von Arbeitervereinen in den Pfarreien vorantreibt. Weitere starke Impulse gehen von Papst Leo XIII. (1878-1903) aus.

Schub durch Enzykliken

In seiner 1884 verkündeten Enzyklika „Humanum genus" empfiehlt das Oberhaupt der katholischen Kirche die Bildung von Arbeitervereinen. Seine Anregung soll bei den deutschen Katholiken auf fruchtbaren Boden fallen. Sie werden vor allem von dem Theologen, Politiker und Gesellschaftswissenschaftler Kaplan Franz Hitze unterstützt, der den Amberger Katholikentag 1884 veranlasst, sich der päpstlichen Empfehlung anzuschließen.

Lohngerechtigkeit - Koalitionsrecht – Staatsintervention: Katholische Kirche positioniert sich in der „Sozialen Frage“

In der Sozialenzyklika Rerum novarum" aus dem Jahre 1891 forderte Leo XIII. für die Arbeiter Lohngerechtigkeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, das Koalitionsrecht (Arbeiter sollen eigene Vereinigungen gründen dürfen, die ihre Interessen vertreten) sowie die Staatsintervention (die Pflicht des Staates, soziale und gesetzliche Maßnahmen zum Schutz der Arbeiterschaft zu ergreifen).

Gründungsboom katholischer Arbeitervereine (1884-1902)

Die päpstlichen Enzykliken beflügeln die Entstehung neuer katholischer Arbeitervereine im Bistum Hildesheim, die auch von Bischof Wilhelm Sommerwerck (1871-1905) unterstützt wird. In seinem Fastenhirtenbrief des Jahres 1887 gib er der Hoffnung Ausdruck, dass sich in ähnlicher Weise wie die katholischen Gesellenvereine (Kolpingvereine) christliche Vereine für alle Arbeiter bilden mögen. Diese sollen Religiosität und Sittlichkeit heben gegen Genusssucht und revolutionäre Bewegungen.

Gründer und Förderer von katholischen Arbeitervereinen bezeichnet der Hildesheimer Bischof als „Wohltäter der Menschheit". Zwischen 1884 und 1902 gründen sich zahlreiche katholische Arbeitervereine - vor allem in industrialisierten Gebieten. Dazu zählen Städte wie Hannover, Braunschweig, Peine, Hildesheim, Harburg und Celle. Aber auch in ländlich strukturierten Gegenden entstehen immer mehr Arbeitervereine, u.a. in Harsum, Sarstedt und Duderstadt.

Promoter Dr. Joseph Ernst

Maßgeblichen Anteil an der Gründung des Katholischen Arbeitervereins in Hildesheim im Jahre 1896 hat Dr. Joseph Ernst. Der damalige Hildesheimer Pfarrer hat sich bereits als junger Kaplan in Celle große Verdienste bei der Entstehung des Katholischen Männervereins St. Ludwig erworben. Der Katholische Arbeiterverein in Hildesheim nimmt eine rasante Entwicklung und wurde innerhalb weniger Jahre zum größten Verein in der Diözese, Ende 1904 gehören ihm 750 Personen an.

Bildung – Vorsorge – Beratung

Zu den Hauptaufgaben der katholischen Arbeitervereine zählen die Bildung, die soziale Fürsorge sowie die Beratung ihrer Mitglieder. Bei der Arbeiterbildung stehen die soziale Frage, die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und die Sozialversicherung im Vordergrund. Die meisten Arbeitervereine unterhalten Kranken- und Sterbekassen. Sie unterstützen die Arbeiter im bei Krankheit sowie die Hinterbliebenen beim Tod eines Mitgliedes. Einige Vereine verfügen über eine eigene Darlehnskasse, aus der die Mitglieder kleinere Summen leihen können. Der katholische Arbeiterverein in Duderstadt ruft sogar eine Schweineversicherung ins Leben, die ihren Mitgliedern auch Schutz gegen finanzielle Verluste bei Trichinen- oder Finnenbefall ihres Borstenviehs bietet. Zur Beratung und Hilfe ihrer Mitglieder in Berufs- und Alltagsfragen werden Arbeitersekretariate bzw. Auskunftsbüros eingerichtet, das erste entsteht 1899 in Hildesheim.

Gründung KAB-Diözesanverband Hildesheim

Nach jahrelangen Bemühungen erfolgt 1902 die Gründung des KAB-Diözesanverbandes Hildesheim. Sie ist vor allem Dr. Joseph Ernst zu verdanken. Er beruft am 12. Juni 1902 eine Konferenz aller Arbeiterpräsides der Diözese Hildesheim ein, in der ein Statutenentwurf des Verbandes der katholischen Arbeitervereine der Diözese Hildesheim" angenommen wird. Dieser Entwurf wird bei einer zweiten Präsideskonferenz am 4. September 1902 um einige Zusätze ergänzt und vom ersten Delegiertentag am 13. Oktober 1902 angenommen. Daraufhin informiert Joseph Ernst Bischof Wilhelm Sommerwerck, der am 24. Oktober 1902 dem neugegründeten Diözesanverband seine Genehmigung erteilt.

Gründungsmitglieder des Diözesanverbandes

  • Arbeiter-Verein St. Joseph, Braunschweig
  • Nikolaus-Verein, Braunschweig
  • St. Josefsverein, Hannover
  • St. Maria, Hannover
  • St. Josephsverein, Döhren bei Hannover
  • Kath. Arbeiterverein, Linden bei Hannover
  • Kath. Männerverein, Misburg bei Hannover
  • Kath. Arbeiterverein, Wülfel bei Hannover
  • Kath. Arbeiterverein, Harsum
  • Kath. Arbeiterverein, Hildesheim
  • St. Josephsverein, Peine

Sie verfügen zusammen über 2.081 Mitglieder.

Zusammenschluss im Westdeutschen Verband

Der Diözesanverband Hildesheim bildet 1904 zusammen mit den Arbeitervereinsverbänden der Bistümer Köln, Paderborn, Münster, Fulda und Limburg den Westdeutschen Verband. Nach seiner Gründung nimmt der Diözesanverband Hildesheim einen schnellen Aufschwung. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges schließen sich ihm zahlreiche Arbeitervereine an; die Zahl seiner Mitglieder steigt erheblich. Ende 1913 bestehen 31 Vereine mit 3.982 Mitgliedern. Von diesen Vereinen organisieren sich 25 in den vier Bezirksverbänden Braunschweig, Hannover, Hildesheim und Peine; sechs Vereine gehören aufgrund der weiten Entfernung keinem Bezirksverband an.

Lorenz Blank - erster hauptamtlicher Arbeitersekretär

1905 wird mit dem Maurergesellen Lorenz Blank erstmals ein hauptamtlicher Arbeitersekretär auf Diözesanebene eingestellt.

Tiefe Einschnitte: der erste Weltkrieg

Eine Zäsur in der Entwicklung des Diözesanverbandes Hildesheim bringt der Erste Weltkrieg (1914-1918). Da sich die meisten Mitglieder im Kriegsdienst befinden, kommt das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen. Nachdem Dr. Joseph Ernst 1915 zum Hildesheimer Bischof gewählt wird, legt er sein Amt als Diözesanpräses nieder. Seine Nachfolge tritt Pastor Linus Goldmann an.

Schwieriger Neustart und Konsolidierung in der Weimarer Zeit

In der Inflationszeit bis 1923 leidet der KAB-Diözesanverband Hildesheim unter finanziellen Schwierigkeiten. Während ihm nach Kriegsende weitere 6 Vereine beitreten, verlassen 1920 aufgrund der Einführung erhöhter Verbandsbeiträge sieben Vereine den Verband. Unter dem neuen Diözesanpräses Heinrich Leupke (seit September 1923) kommt es zu einer allmählichen Konsolidierung des Verbandes. Die Bildungs- und Beratungstätigkeit kann wieder intensiviert werden - nicht zuletzt dank der Wiederbesetzung des seit 1922 vakanten Arbeitersekretariats. In dieser Position entfaltet seit 1928 Josef Engelke zahlreiche Aktivitäten. Gegen Ende der zwanziger Jahre schließen sich wieder viele Vereine, vor allem aus dem ländlichen Raum, dem Diözesanverband Hildesheim an. Dadurch kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Mitgliedszahlen. Mit 3.575 Personen in 42 Vereinen wird 1929 der höchste Stand in der Weimarer Republik erreicht. Infolge der Weltwirtschaftskrise sinkt die Zahl der Vereine und Mitglieder kontinuierlich; 1932 sind nur noch 39 % der Diözesanverbandsmitglieder vollbeschäftigt, 31,5 % sind arbeitslos.

Erwartungen an Konkordat trügerisch: NS-Zeit

Von der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 ist auch die Katholische Arbeiterbewegung betroffen. Im Zuge der Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft werden auch die kirchlichen Verbände entweder aufgelöst oder in NS-Organisationen eingegliedert.

Die Hoffnung der katholischen Kirche, auch des Diözesanverbandes Hildesheim, durch den Abschluss des Reichskonkordates, ihren Wirkungsraum sichern zu können, erfüllt sich nicht.

Eine positive Auswirkung des Konkordates ist zunächst ein starker Anstieg der Mitgliederzahlen des Diözesanverbandes, da sich innerhalb weniger Monate 20 katholische Arbeitervereine unter sein vermeintlich schützendes Dach begeben. Ende 1933 gehören ihm 61 Vereine mit 4.283 Mitgliedern an.

Verbote der Doppelmitgliedschaft in Deutscher Arbeitsfront und katholischen Verbänden sowie der öffentlichen Betätigung konfessioneller Standesvereinigungen außerhalb des kirchlichen Bereiches engen das Leben der Arbeitervereine stark ein. Hinzu kommen immer wieder gezielte Aktionen der Nazischärgen gegen einzelne Vereine, die bis zur Auflösung reichen. Auch Bespitzelungen sind an der Tagesordnung. Die ständige Bedrohung schweißt die Vereinsmitglieder zusammen. Ab 1933 finden jährlich zwei Wallfahrten nach Ottbergen und Hannover-Ricklingen sowie mehrere Einkehrtage für Männer statt.

Spätestens seit Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) ist eine geregelte Verbandsarbeit nicht mehr möglich. Diözesansekretär Josef Engelke wird dienstverpflichtet und steht fortan nicht mehr zur Verfügung; die meisten noch bestehenden Vereine lösen sich auf.

Die führenden Persönlichkeiten des Westdeutschen Verbandes bezahlen ihren Widerstand mit dem Leben: Bernhard Letterhaus, Nikolaus Gross, Otto Müller, Gottfried Könzgen.

Wiedergründung nach 1945

Bereits Ende 1945 werden die ersten Arbeitsvereine wieder gegründet. Die Neukonstituierung des KAB-Diözesanverbandes Hildesheim lässt dagegen noch einige Zeit auf sich warten. Bischof Dr. Joseph Godehard Machens, der Männervereine gegenüber Arbeitervereinen präferiert, ruf im Februar 1947 den Diözesanverband der Männer- und Arbeitervereine ins Leben. Diesem Verband gehören auch andere Gruppen wie Kolping und Akademikervereine an. An seiner Spitze steht der ehemalige KAB-Diözesanpräses Heinrich Leupke. Erst als sich genügend Arbeitervereine konstituieren, die den Anschluss an den Westdeutschen Verein anstreben, ernennt der Bischof Machens Pfarrer Johannes Krawiec zum „Diözesanpräses des Verbandes der Katholischen Arbeitervereine im Bistum Hildesheim". Diözesansekretär wird Kurt Lawerenz. Der neugegründete Diözesanverband erlebe einen schnellen Aufschwung.

Noch Ende der vierziger Jahre entstehen zahlreiche neue KAB-Vereine, die vor allem von katholischen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen ins Leben gerufen werden; u.a. in Berenbostel, Braunschweig-Querum, Lengede und Wunstorf. Aber auch zahlreiche bis in die NS-Zeit bestehende Vereine können wiederbelebt werden.

Ein großer Bedarf an Bildung und Information besteht bei den Mitgliedern. Daher wird die  Bildungsarbeit  intensiviert. So werden mehrere Vortragsreihen und soziale Wochenendkurse durchgeführt.  Themen sind u.a. Kapitalismus-Sozialismus, Wirtschaft in christlicher Sicht, das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer, die Verantwortung des katholischen Werkmannes im öffentlichen Leben, was müssen wir von der Sozialversicherung wissen. Diese Aktivitäten werden unter Hans Ziemer, der von 1950 bis 1961 das Amt des Diözesansekretärs bekleidet, verstärkt durchgeführt. Einzelne Adventsveranstaltungen, Wochenendseminar-Lehrgänge sowie Bildungswochen bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich vor allem über politische, soziale und arbeitsrechtliche Fragen zu informieren.

Soziale Seminare im Bistum Hildesheim

1956 werden im Bistum Hildesheim erstmals Soziale Seminare abgehalten; dies sind sechssemestrige Abendkurse, in denen die Teilnehmer Grundlagen in Christlicher Gesellschaftslehre, Familienrecht, öffentlicher Ordnung, Ökonomie sowie der Sozialen Frage erarbeiteten. Am Diözesandelegiertentag im März 1958 in Wolfsburg nimmt auch Bischof Heinrich Maria Janssen teil. Er unterstreicht in seiner Ansprache, dass sich der Christ auch im Betrieb, in einer gottfremden und christusfeindlichen Atmosphäre bewähren müsse und betont, dass ein Volk nicht nur von Lohntabellen lebe, sondern sich auch wieder auf die Soziallehre der Kirche besinnen müsse.

Aufbruch in der Kirche: das 2.Vatikanische Konzil

Die Aufbruchstimmung der sechziger Jahre (II. Vatikanisches Konzil und die Sozialenzykliken Papst Johannes XXIII.) macht sich auch im Diözesanverband Hildesheim bemerkbar. Der neue Diözesansekretär Rudolf Kubaita verstärkt die Werbeaktionen; dadurch können viele neue Mitglieder gewonnen und neue Vereine gegründet werden, vor allem in den Industriezentren. Insgesamt steigt die Zahl der Mitglieder von 1.300 Ende 1961 bis auf 2.071 Ende 1967. Auch die Bildungsarbeit wird weiter intensiviert.

„Katholische Arbeiterbewegung" wird „Katholische Arbeitnehmer-Bewegung"

Anlässlich des deutschen Katholikentages 1962 in Hannover organisiert der KAB-Diözesanverband eine Sonderkundgebung. Die Diözesankonferenz in Hildesheim (25./26.5.1963) ersetzt den Namen „Katholische Arbeiterbewegung" durch „Katholische Arbeitnehmer-Bewegung" und bringt damit klar zum Ausdruck, dass der Diözesanverband Hildesheim nicht nur Standesorganisation der Arbeiter, sondern sich als Heimat aller im Arbeitsprozess stehender Menschen (auch Angestellter und Beamter) versteht.

„Wolfsburger Manifest“

Vom 23. bis 26. Mai 1968 in Wolfsburg veranstaltet die KAB Westdeutschlands erstmals einen Verbandstag in der Diözese Hildesheim. Große Beachtung findet das dort verabschiedete Wolfsburger Manifest mit dem Titel „Arbeit aber ist mehr".

Politische Landesbühne betreten

1970 bilden der Diözesanverband Hildesheim zusammen mit den Diözesanverbänden Osnabrück und Münster (Offizialatsbezirk Oldenburg) die Landesarbeitsgemeinschaft der KAB Niedersachsen.

Betriebspraktikum für Priester

1970 wird in Würzburg der Bundesverband der KAB gegründet. Im gleichen Jahr organisiert der KAB-Diözesanverband Hildesheim ein Betriebspraktikum für Priester im Wolfsburger Volkswagen-Werk. Die Geistlichen werden so mit den Sorgen und Fragen der Arbeiter direkt an ihrer Wirkungsstätte konfrontiert.

Pionier der KAB-Arbeit im Bistum stirbt

Am 21. Oktober 1976 stirbt Josef Engelke, der langjährige Diözesansekretär und Diözesanvorsitzende. Der unermüdliche Pionier der KAB-Arbeit im Bistum Hildesheim hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke.

Die Zeit der Jubiläen und Wechsel

1979 kann der älteste KAB-Verein in der Diözese Hildesheim, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in der Pfarrgemeinde St. Godehard in Hannover-Linden sein 100-jähriges Jubiläum feiern.

Die siebziger Jahre bringen zwei Wechsel im Amt des Diözesansekretärs. Auf Rudolf Kuballa folgt 1970 Martin Ulrich, dem zwei Jahre später Albert Eishauer folgt.

Gesellschaftlicher Wandel und Stagnation

Durch weitere Werbeaktionen bis in die achtziger Jahre hinein steigt die Zahl der Vereine und Mitglieder. Danach wurde es jedoch zunehmend schwieriger, neue Arbeitervereine ins Leben zu rufen. Erschwerte Arbeitsbedingungen, verändertes Freizeitverhalten und die Individualisierung der Gesellschaft trugen zu einem nachlassenden Interesse an Vereinen bei.

Dr. Alexander Dylong, Hildesheim