Heiliger Zorn

Er sammelt Korken, protestiert gegen Konzerne und ist ein Urgestein der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung. Dafür wurde Norbert Reith mit der Bistumsmedaille ausgezeichnet.

Sarstedt (wal). Was ihn antreibt, fasst Norbert Reith in einem Wort zusammen: „Gerechtigkeit“. Im Großen wie im Kleinen. Dafür sammelte der 79-Jährige Korken und Kleidung, dafür ging er bis vor Kurzem noch mit Transparenten auf die Straße – und wenn es Großdemonstrationen gegen Konzernvorrechte in Berlin sind. Dafür betet und engagiert sich der ehemalige Berufssoldat seit fast fünf Jahrzehnten in seiner Gemeinde Heilig Geist in Sarstedt und in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) – in so vielen Funktionen und Gremien, dass eine DIN A4-Seite kaum dafür ausreicht.
„Norbert Reith ist ein Urgestein unserer Bewegung“, würdigt KAB-Diözesanvorsitzender Andreas Hippe. Und weiter: „Ausgestattet mit ganz viel Herzblut für soziale Themen und mit heiligem Zorn angesichts der vielen kleinen und großen Ungerechtigkeiten, die es bei uns in Stadt und Land, in der Kirche und weltweit gibt.“

Aber für Hippe steht „hinter jedem starken Mann eine noch stärkere Frau“: Erika Reith habe nicht nur ihrem Mann den Rücken freigehalten, sondern in vielfältigen Funktionen mitgemischt: „Insofern gilt die Ehrung euch beiden.“

Überreicht wurde die selten verliehene Bistumsmedaille von Domkapitular Wolfgang Voges – beim Sonntagsgottesdienst in Heilig Geist, mit zahlreichen Bannern der Vereine und Bezirke der KAB. Auch Voges hat eine gemeinsame Geschichte mit Norbert Reith: „Vor 30 Jahren haben Sie mich jungen Kaplan überzeugt, Präses der KAB auf dem Hildesheimer Moritzberg zu werden. Andere begeistern – das zählt auch zu Ihren Gaben.“ Was sagt Norbert Reith selbst zur Bistumsmedaille? „Ich war selten sprachlos im Leben. Heute bin ich es.“

Text: Wala, Rüdiger: Heiliger Zorn, erschienen in: KirchenZeitung für das Bistum Hildesheim, 12-2017, 22.03.2017, S. 10