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04.09.2018

Diözesanmännerwallfahrt 2018 nach Germershausen

Die Diözesanmännerwallfahrt des Bistums Hildesheim wurde in diesem Jahr durch die KAB mit vorbereitet. Unser Diözesanpräses P. Ernst-Willi Paulus, C.Ss.R. sprach in seiner Predigt über die Tätigkeitsgesellschaft und die Herausforderungen des gegenwärtigen und sich wandelnden Arbeitslebens.

Christoph Höland vom Göttinger Tageblatt hat die wesentlichen Punkte in seinem Bericht mit dem Titel "Die Ethik hat Vorrang vor der Ökononmie. Katholische Arbeitnehmer-Bewegung gestaltet die Männerwallfahrt nach Germershausen", erschienen am 3. September 2018 zusammengefasst:

"Germershausen. Regelrecht politisch war die Predigt, die Diözesan-Präses Ernst-Willi Paulus am Sonntag bei der Männerwallfahrt nach Germershausen gehalten hat: Er warnte vor einer gesellschaftlichen Spaltung als Folge des Erstarkens marktradikaler Kräfte.

Traditionell wechseln sich die katholischen Männerverbände bei der Organisation der Wallfahrt nach Maria an der Wiese ab. Und in diesem Jahr oblag es dem Arbeitnehmer-Verband der Katholiken, die Wallfahrt zu planen und die Predigt zu halten.

Vor rund 300 Besuchern, knapp 100 hatten an der vorigen Wallfahrt teilgenommen, sprach Ernst-Willi Paulus vom Redemptoristen-Orden, Diözesanpräses der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). Das Thema: „Menschenwürdig leben und arbeiten“. Und geht es nach Paulus und der KAB, ist es darum gegenwärtig nicht gut bestellt: „Das marktradikale Wirtschaftsmodell hat sich als unfähig erwiesen, eine gerechte Wohlstandsverteilung und einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt zu gewährleisten.“

Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit

Er machte das einerseits an Aspekten wie Umweltzerstörung und Klimawandel, andererseits aber auch an aus seiner Sicht ungerechten Verteilung von Arbeit fest: 89 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit seien im Jahr 2013 in Deutschland geleistet worden, großteils von Frauen. In der Pflege von Angehörigen, bei Haushaltstätigkeiten und auch in ehrenamtlich getragenen Vereinen. „Diese Arbeit wird stillschweigend zur Kenntnis genommen, dabei könnte unsere Gesellschaft ohne diese Leistungen gar nicht existieren“, so Paulus. 

Für Paulus ein mit dem Glauben schwer vereinbarer Zustand, wie er anhand des Gleichnisses vom Weinbergbesitzer erläuterte. „So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein“ habe dieser den murrenden Arbeitern entgegnet, als sie mehr Lohn für mehr geleistete Arbeitsstunden gefordert hätten – „Jede Arbeit muss wertgeschätzt werden“ folgerte Paulus daraus. Zugleich gehe es aber auch um Verteilungsgerechtigkeit: Der Sinn des Lebens sei aus Sicht der Bibel „dass alle Leben und das auch in Fülle haben“, sagte Paulus.

Forderung nach mehr Gerechtigkeit

Auch wegen der fortschreitenden Privatisierung von Gemeingütern und der zunehmend ungleichen Wohlstandsverteilung drohe eine gesellschaftliche Schieflage. Schon jetzt sei die Welt gespalten „zwischen den Ländern der sogenannten ersten und dritten Welt und innerhalb der Gesellschaften“. Zum von der KAB propagierten „Tätigkeitsgesellschaft“, ein Konzept, das unter anderem ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine 30-Stunden-Woche sowie mehr Förderung von Genossenschaften und dem Vereinswesen vorsieht, besteht deshalb für Paulus keine Alternative. 

Bei den Gläubigen kam die Botschaft gut an: Beim Mittagessen, es gab Erbsensuppe und das Duderstädter Blasorchester begleitete die Mahlzeit, diskutierten viele angeregt über die Predigt. Einige fühlten sich an selbst erlebte Ungerechtigkeiten erinnert, unter anderem plötzliche Entlassungen durch unfair agierende Arbeitgeber waren Themen der Gespräche. „Es gibt so viel zu kritisieren“, so eine Katholikin, die an der Wallfahrt teilgenomm hatte."

(Quelle: http://www.goettinger-tageblatt.de/Die-Region/Duderstadt/Maennerwallfahrt-nach-Germershausen-Katholiken-fuerchten-gesellschaftliche-Spaltung)

 

(c) Christoph Höland

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